Der Berufsurlauber erinnert sich

Wenn ich die Augen schließe, träume ich noch immer von unserer gemeinsamen Reise durch Tansania.

Ich erinnere mich ganz genau, wie wir rund um die „Hatari“ Lodge die ersten Giraffen bestaunten. Während unseres Spaziergangs am Fuße des Mount Meru kamen wir sogar den massigen Büffeln ganz nah. Richtig bezaubert war ich von dem rosa „Farbenmeer“ am Momella See. Hunderte, vielleicht sogar tausende Flamingos sorgten für einzigartige Fotomotive. Und dann zeigte sich uns sogar der Kilimandscharo in all seiner Pracht. Die Tage „bei Hardy Krüger“ zu Hause werden uns immer in Erinnerung bleiben.

Drei robuste Jeeps (zumindest sahen diese danach aus) holten uns ab zur Fahrt gen Serengeti. Arusha und der Lake Manyara Nationalpark waren die Etappen auf dem Weg zum Ngorongoro Castle. Eine ungewöhnliche, in seiner Art einzigartige Heimstätte wie ich finde. Dann folgt der zweite große Höhepunkt der Reise. Die Stunden im Krater des Ngorongoro. Wie in einem riesigen Zoo, den großen Tieren Afrikas hautnah. Spätestens hier nahmen wir die Spur von Prof. Dr. Bernhard Grzimek und seinem Sohn Michael auf. Vater und Sohn, die ihr Leben den wilden Tieren Afrikas widmeten. Wer weiß ob sich ohne ihre übermenschlichen Anstrengungen, Tansanias Nationalparks heute noch so präsentieren würden, wie wir sie erleben durften. Also seien wir dankbar den Grzimeks und ihren Helfern. Und all denen, die auch heute noch ihr Leben und Wirken den Schutz der Natur widmen. Im Ngorongoro Krater waren wir erstmals Löwen ganz nah. Erlebten Sie aktiv und beim Dösen. Wir sahen Elefanten in einer wunderbar grünen Naturlandschaft und konnten Zebras fast streicheln, so nah waren wir den „Tigerpferden“.

Dann brachen wir auf – Richtung „endloses Land“, denn so lautet die Übersetzung von Serengeti, einer Bezeichnung aus der Sprache der Massai. Und endlos war auch die Fahrt dahin. Mit atemberaubender Geschwindigkeit „rasten“ wir auf den staubigen Pisten dem Eingangstor zu. Schon auf dem Weg dorthin zogen Zebra- und Gazellenherden durch die Steppe. Vorgeschmack auf die große Wanderung der Tiere, auf die riesigen Herden.

In der Dämmerung strebten wir unserem ersten Camp entgegen. Die Dämmerung, da sind die meisten Katzen aktiv. Es lohnte also, Ausschau zu halten. Und das wurde belohnt. Im hohen Gras entdeckten wir einen Gepard. Ausgerechnet, eine der tagaktiven Großkatzen Afrikas. Dann zogen wir ein in unsere Zelte. Wann hatten Sie denn das letzte Mal gezeltet? Noch dazu mit Betten im Zelt. Auch wenn nicht alles perfekt war in den beiden „Campinglagern“, werden Sie meiner Frau und mir in toller Erinnerung bleiben. Auch wenn mal das Wasser nicht ablief oder gar nicht erst kam, es war eine große Freude, wie das Team vor Ort um uns bemüht war. Zu jeder Zeit und ohne große Worte. Hier in den Camps waren wir Afrikas Natur so nah wie für uns nur möglich.

Wir erlebten Elefanten beim Baden, konnten Löwen beim Fressen zuschauen und Gazellen beim Revierkampf sehen. Die Vogelwelt zeigte sich bunt und schillernd. Sonnenuntergänge wie von einem Maler auf Leinwand gebannt. Bilder, die wir wohl alle nicht so leicht vergessen werden.

Mit unseren Jeeps durchquerten wir die Serengeti gen Norden. Eine abenteuerliche Fahrt. Reifenschäden hatten wir ja schon einige behoben. Für uns also nichts Neues mehr. Dann brach noch ein Stoßdämpfer ab. Eine Batterieklemme gab den Geist auf und es galt tiefe Gräben zu durchqueren. Als wir dann noch durch ein Buschfeuer mussten, war uns wohl allen etwas „mulmig“ zu mute. Doch an diesem Tag standen unsere Fahrer wirklich ihren Mann.

Am Mara Fluß erreichten wir das finale Ziel unserer Tier Safari. Hier präsentierten sich uns die Tiere nochmal in ungeahnter Vielfalt und Menge. Denken Sie nur an die unendlichen Gnu Herden am Ufer des Mara. Oder an die tonnenschweren Hippos im Wasser. Auch die längsten Krokodile leben hier im Mara – bis an die sechs Meter lang. Kein Wunder, Beute gibt es ja im Überfluss.

Mit zwei Cessna Caravan überflogen wir die Serengeti, bevor wir auf der Gewürzinsel Sansibar landeten. Afrika – mit ganz anderen Bildern dort. Schneeweiße Strände, üppige Pflanzenwelt und komfortables Urlaubsleben nehmen uns in Empfang. Wir gehen dahin, wo der Pfeffer wächst. Sehen, wie Jack Frucht und Nelken, Kardamom und Vanille, Zimt und Kokosnüsse gedeihen. Wir hören aber auch von den dunklen Kapiteln der Trauminsel. Erfahren wie grausam Menschen sein können, die andere als Sklaven handelten. Wie unmenschlich Tausende zu Tode kamen während der Zeit der Sklaverei auf der Insel. Gier und Machtstreben scheinen Menschen zu grausamen Wesen zu entstellen. Auch diese Geschichte gehört zum Paradies auf Sansibar. Stone Town verabschiedet sich mit einem Postkarten – Sonnenuntergang. Von dem alten Dhau aus ein nahezu perfekter Tagesabschluss.

Ja und dann geht auch diese Reise zu Ende. Ein Thüringer Frühstück auf der Autobahn. Und unser zu Hause ist wieder erreicht.

Die Herden überqueren den Fluss

    

Flamingos am See

   

Der Kilimanjaro

  

Großklappe

  

Ausruhen vor der Jagd

   

König der Tiere

  

Im Ngorongoro Krater

  

Auf dem Weg zur Jagd

  

Elefanten überall

   

Beobachten vom Jeep

   

Krokodile lauern am Fluss

  

...und die Herden müssen rüber

  

Serengetiromantik

   

Flug über die Serengeti

  

Am weißen Strand auf Sansibar

   

Sonnenuntergang vor StoneTown